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Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Gelsenkirchen - Horst, Löschzug 14

Seit dem 12.05.1892 besteht der Löschzug Gelsenkirchen - Horst über

125 Jahre.

Erstmals erwähnt wurde das Bestehen einer Freiwilligen Feuerwehr im Dorf Horst - oder zumindest der Ansatz hierzu - im Jahre 1274. Nach Verleihung der Rechte zur Benennung "Freiheit Horst" waren es Schützenbruderschaften, die sich die Abwehr von Schadenfeuern und die nötige Ausbildung ihrer Mitglieder zum Schutze der damals 73 Häuser in der Freiheit Horst zum Ziel gesetzt hatten. Neu hinzuziehende Bürger hatten als eine der Ankaufsbedingungen für das Bürgerrecht einen ledernen Feuerlöscheimer zu stiften.
Im Jahre 1780 wird erstmals das Vorhandensein einer einsatzfähigen Spritze erwähnt, welche wohl aufgrund der Herausgabe einer Feuer- und Löschordnung durch Kurfürst Maximilian angeschafft wurde. Sie wurde mit zwei Brandleitern und Feuerhaken nebst Transportkarren in einem Gebäude an der Pfarrkirche aufbewahrt. Verantwortlich für die Instandhaltung und Aufbewahrung der Brandgeräte war in den Städten und Freiheiten der "Brandmeister". Dieser hatte nach erfolgter Brandmeldung für die Verbringung der Brandgeräte an die Brandstelle Sorge zu tragen. In der Freiheit Horst bezog er um 1830 dafür eine jährliche Vergütung von 4 Reichstalern, die Instandhaltung der Geräte war mit 3 Reichstalern im Gemeindeetat vorgesehen.

Am 23. August 1883 wurden in einer Generalversammlung von 35 Bürgern - zumeist Kaufleute - die Statuten zur Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr aufgestellt. Diese nahm Ihre Aufgabe zunächst auch pflichtbewusst wahr. Aufgrund der in den Folgejahren dann mangelnden Begeisterung und Unterstützung für die Feuerwehr versiegte dieses Engagement dann allmählich. Erst mit der Verfügung zur Einberufung einer Pflichtfeuerwehr durch die Oberpolizeibehörde versammelten sich abermals Bürger zur Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr.


So wurde letztendlich die wechselvolle Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr in Gelsenkirchen - Horst mit der offiziellen Gründung am 12.05.1892 fortgeführt Nachdem die Zahl der Mitglieder schnell auf 83 Feuerwehrmänner angewachsen war, galt es nun, die neue Wehr durch gemeinschaftliche Übungen auf Brand- und Unglücksfälle vorzubereiten. Hierbei bereitete die Beschaffung des benötigten Wassers die größte Schwierigkeit, da es in den meisten Fällen in Eimern herangetragen werden musste. Erst mit dem Ausbau der Wasserleitung wurde im Laufe der Jahre Abhilfe geschaffen.
Bis zum Jahre 1896 wurden Ausrüstungsgegenstände und die lang ersehnten Uniformen angeschafft. Erstmals wurden auch alle Mitglieder bei der Westfälischen Unfallhilfskasse versichert. 1902 wurde der erste Steigerturm in Horst errichtet. Er bestand aus Holzfachwerk mit einer Vorrichtung zum Trocknen der Schläuche. Bei Kriegsbeginn 1914 wurden viele Mitglieder zum Heer eingezogen und zur Bewachung von Bahnübergängen eingesetzt. In diesem Jahr gab die Wehr auch Ihrem 1. Wehrführer Amtmann Kranefeld das letzte Geleit.

Nach Kriegsende und allmählicher Normalisierung des Lebens erhielt die Feuerwehr eine Magirusleiter zu deren Unterbringung ein Teil der örtlichen Turnhalle umgebaut werden musste. Hier wurde dann auch ein massiver Steigerturm aus Stein errichtet. Mit dem Zusammenschluss der Gemeinden Gelsenkirchen, Buer und Horst im Jahre 1925 wurde eine Motorspritze und ein 36-sitziger ! Mannschaftswagen beschafft. Die Ausbildung an diesen Fahrzeugen wurde von der Berufsfeuerwehr Essen durchgeführt. Die Freiwillige Feuerwehr Horst-Emscher schloss sich als 6. Löschzug der Freiwilligen Feuerwehr Buer an.

Durch ein Gesetz zur Neuordnung des Feuerlöschwesens im Dezember 1933 wurden die Freiwilligen Feuerwehren aufgelöst und neu organisiert. Im Stadtkreis Gelsenkirchen wurden die Freiwilligen Feuerwehren zu einer Feuerwehr vereinigt. Mit der 1938 erfolgten Erweiterung des o.g. Gesetzes wurde die Feuerwehr in Gelsenkirchen als "Feuerschutzpolizei" der Ordnungspolizei angegliedert, der Freiwilligen Feuerwehr fiel die Aufgabe einer Hilfspolizeitruppe zu. In der Zeit von 1939 - 1945 agierten die Horster Feuerwehrmänner mit zwei Fahrzeugen oft auswärts bis Solingen und Koblenz.
Nach Kriegsende war ein Totalverlust der Fahrzeuge und Feuerwehrgebäude zu verzeichnen. Es sollte bis zum Jahr 1969 dauern, bis wieder eine Freiwillige Feuerwehr in Gelsenkirchen - Horst gebildet wurde.

Mit 22 Mann nimmt die "neue" Freiwillige Feuerwehr in Gelsenkirchen - Horst im Juli 1969 wieder ihren Dienst auf. Dieser neu erstandene Löschzug 4 (später 14) setzte sich aus den inzwischen in Gelsenkirchen - Buer und Mitte wieder tätigen Einheiten zusammen. Löschzugführer wurde J. Biedermann, der als erster Feuerwehrmann nach dem Krieg für seine Verdienste um das Feuerwehrwesen mit dem Feuerwehr- Ehrenkreuz in Gold und Silber ausgezeichnet wurde.

Als Fahrzeuge standen 1 TLF 16, 2 LF 16 TS und 1 DKW Munga - ausschließlich Fahrzeuge des Bundes - zur Verfügung.

Von diesem Zeitpunkt an begann die stetige Modernisierung und Anpassung der Ausrüstung und Ausstattung. So wurde die Freiwillige Feuerwehr bis 1973 mit Funkempfängern zur lautlosen Alarmierung, neuen (blauen) Uniformen, Helmen und Hakengurten ausgerüstet. Zur Komplettierung der Ausrüstung wurden Atemschutzgeräte angeschafft, was zur Folge hatte, dass nun jedes Löschzugmitglied einmal im Jahr seine Atemschutztauglichkeit in einer Übungsanlage nachweisen muss. Ebenso erfolgt nun auch eine regelmäßige ärztliche Eignungsuntersuchung.

Der Löschzug Horst wird bei größeren Schadenslagen im Stadtgebiet aber auch überörtlich eingesetzt. So war eine Staffel des Löschzuges bei der Brandbekämpfung in der Lüneburger Heide und bei der Ölkatastrophe in der franz. Bretagne im Einsatz.

Die folgenden Jahre waren von Generationswechseln innerhalb der Feuerwehr geprägt. Zahlreiche Mitglieder verließen den Löschzug, einige wechselten zur Berufsfeuerwehr. In den Jahren 1986 - 1988 wurde der Fahrzeugbestand des Löschzuges erneuert, da die alten Bundesfahrzeuge den neuen Erfordernissen nicht mehr gerecht werden konnten.
Eine Begleiterscheinung dieses Generationswechsels war die Gründung einer Jugendgruppe im Jahre 1993, aus der sich auch der Nachwuchs für den Löschzug ergibt.

Die provisorische Unterbringung des Löschzuges Horst in einem Nebenbereich eines Fabrikationsgebäudes fand 1998 ein Ende. Es konnte endlich die langersehnte, eigene Wache bezogen werden.

Eine weitere Veränderung und zugleich Erweiterung des Aufgabenbereiches ergab sich im Jahr 2000 mit der Eingliederung des ehemaligen AC - Zuges des Katastrophenschutzes in die Feuerwehr bzw. in den Löschzug 14 - Horst.

Die wechselvolle Geschichte des Löschzuges und die zahlreichen - neben den Einsatztätigkeiten zu erfüllenden - Aufgaben der Freiwilligen Feuerwehr wie Sicherheitswachen in der Arena, im Musiktheater, Aufgaben im Bereich AC-Schutz, GSG usw. prägen bis zum heutigen Tage die Kameradschaft und die besondere Verbundenheit der Mitglieder des Löschzuges 14 - Horst, zur Feuerwehr.